Fragen und Antworten zum Beschluss der Bundesnetzagentur vom 13.09.2019

Warum ist der physikalische Fluss am Einspeisepunkt Greifswald-OPAL nicht um 15,86 Mio. kWh/h gesunken, in dessen Höhe die Vermarktung und Nutzung der teilregulierten entkoppelten Verbindungskapazität eingeschränkt wurde?

Die Kapazität, die als teilregulierte entkoppelte Verbindungskapazität in Höhe von 15,86 Mio. kWh/h angeboten wurde, darf mit Beschluss der Bundesnetzagentur (BNetzA) vom 13. September 2019 aktuell weder vermarktet noch genutzt werden. Der Beschluss der Bundesnetzagentur untersagt jedoch nicht die generelle Möglichkeit der OPAL Gastransport GmbH & Co. KG, Vermarktung und Transport auf Basis des Beschlusses der Bundesnetzagentur vom 7. Juli 2009 (BK7-08-009) regulierte Kapazität zu vermarkten sowie Transport von regulierter Kapazität und ausgenommener gekoppelter Verbindungskapazität durchzuführen.

Daher bietet die OPAL Gastransport GmbH & Co. KG aktuell am Einspeisepunkt Greifswald-OPAL anstelle der teilregulierten entkoppelten Einspeisekapazität regulierte unterbrechbare Einspeisekapazität zum GASPOOL-Marktgebiet an, welche aktuell neben der bereits vermarkteten regulierten Kapazität und ausgenommener gekoppelter Verbindungskapazität von unseren Transportkunden genutzt wird. Die Nutzung regulierter unterbrechbarer Kapazität unterliegt generell technischen Restriktionen wie Druck, Temperatur sowie der Auslastungssituation in den nachgelagerten Netzen des GASPOOL-Marktgebietes, so dass die tatsächliche Nutzung der regulierten unterbrechbaren Kapazität schwanken kann. Die aktuelle Nutzung jeglicher Kapazität kann anhand der auf der Website der OPAL Gastransport GmbH & Co. KG sowie der ENTSOG Transparency Plattform veröffentlichten Nominierungs- und Flussdaten nachvollzogen werden.

Am Ausspeisepunkt Brandov-OPAL bietet die OPAL Gastransport GmbH & Co. KG hingegen aktuell keine regulierte unterbrechbare Kapazität an und hat die Nutzung dieser Kapazität am Virtuellen Interconnection Point („VIP“) Brandov-GASPOOL ausgesetzt. Damit wird sichergestellt, dass die regulierte unterbrechbare Kapazität nicht für den Transport im Sinne der ent- oder gekoppelten Verbindungskapazität (Transit) genutzt werden kann.

Können die Transportkunden, die teilregulierte entkoppelten Verbindungskapazität in Höhe von 15,86 Mio. kWh/h gebucht hatten, diese am Sekundärmarkt wiedervermarkten?

Die teilregulierte entkoppelte Verbindungskapazität ist gemäß Beschluss der Bundesnetzagentur vom 13. September 2019 aktuell vollständig für alle Transportkunden ruhend gestellt. Entsprechend ist aktuell auch keine Sekundärvermarktung dieser Kapazität möglich. 

Was sind die konkreten Auswirkungen auf die Transportkapazitäten der OPAL Gastransport GmbH & Co. KG?

Wie am 13.09.2019 angekündigt, hat die OPAL Gastransport GmbH & Co. KG mit Wirkung zum 14.09.2019 06:00 Uhr MESZ die Vermarktung und Nutzung der entkoppelten teilregulierten Verbindungskapazitäten gemäß dem Beschluss der Bundesnetzagentur vom 13.09.2019 eingeschränkt.

Die Nutzung von regulierter unterbrechbarer Kapazität zum oder vom GASPOOL-Marktgebiet ist soweit nicht eingeschränkt, wie sichergestellt ist, dass diese Kapazität nicht für den Transport im Sinne der ent- oder gekoppelten Verbindungskapazitäten (Transit) genutzt werden kann.

Welche Auswirkungen hat die Einschränkung der Kapazitäten auf die Transportkunden?

Die entkoppelten teilregulierten Verbindungskapazitäten, die nach Maßgabe des Beschlusses der Bundesnetzagentur vom 25. Februar 2009 (BK7-08-009) in der Änderungsfassung vom 30.11.2016 allen Transportkunden über öffentlich zugängliche zu regulierten Netzzugangsbedingungen diskriminierungsfrei in Kapazitätsauktionen auf der Vermarktungsplattform PRISMA angeboten wurden, stehen mit dem nunmehr erfolgten Beschluss der Bundesnetzagentur den Transportkunden nicht mehr zur Verfügung.

Welche Auswirkungen hat die Einschränkung der Kapazitäten auf den Markt?

Die Auswirkungen auf den Markt sind von der OPAL Gastransport GmbH & Co. KG nicht abzuschätzen. Fakt ist, dass diese Kapazitäten dem Markt nicht zur Verfügung stehen.

Wird die OPAL Gastransport GmbH & Co. KG gegen das Urteil des Gerichts der Europäischen Union vorgehen?

Die OPAL Gastransport GmbH & Co. KG hat das noch nicht rechtskräftige Urteil des Gerichts der Europäischen Union vom 10.09.2019 zur Kenntnis genommen. Die OPAL Gastransport GmbH & Co. KG ist nicht an dem Verfahren beteiligt und kann sich auch nicht beteiligen. Das Verfahren unterliegt den Regeln von Mitgliedsstaatsverfahren – das EU-Mitglied Republik Polen hat die EU-Kommission beklagt. Dementsprechend kann die OPAL Gastransport GmbH & Co. KG nicht gegen das Urteil des Gerichts der Europäischen Union vorgehen.

Ob die am Verfahren beteiligten Parteien gegen das Urteil vorgehen, ist der OPAL Gastransport GmbH & Co. KG nicht bekannt.

Wie kommentiert die OPAL Gastransport GmbH & Co. KG das Urteil des Gerichts der Europäischen Union?

Da die OPAL Gastransport GmbH & Co. KG nicht an dem Verfahren beteiligt ist, kann sie auch keine Kommentare zu dem noch nicht rechtskräftigen Urteil abgeben.

Was wird die OPAL Gastransport GmbH & Co. KG nun unternehmen?

Die OPAL Gastransport GmbH & Co. KG hat den Beschluss der Bundesnetzagentur vom 13.09.2019 umgesetzt. Die OPAL Gastransport GmbH & Co. KG prüft aktuell alle weiteren Schritte und bittet um Verständnis, dass diese aktuell nicht kommentiert werden können.